Sicher kennst du das auch: Eine Stunde im Sportunterricht getobt, dann Mathe gepaukt, das Frühstück ist fast drei Stunden her - du fühlst dich richtig schlapp. Aber nach dem Pausenbrot erwachen die Lebensgeister wieder in dir. Was ist passiert? Du hast deinem Körper Energie zugeführt. So wie wenn man den Stecker eines Föns in die Steckdose schiebt: Strom fließt und das Ding bläst mit voller Kraft.
Energie - ein unsichtbarer Verwandlungskünstler
Energie ist unsichtbar, sie steckt in uns und in allem, was uns umgibt. Sie geht nicht verloren, sondern wird von einer Energieform in die nächste umgewandelt. Ein Beispiel: Sicherlich hast du schon mal ein großes Windrad gesehen. Wenn der Wind bläst, drehen sich die Rotoren. Die dabei entstehende Rotationsenergie wird dann über eine Turbine und einen Generator zu elektrischer Energie - also zu Strom - umgewandelt.

Energiequellen, die nie am Ende sind
Aus Wind lässt sich also Strom produzieren. Das ist praktisch, denn Wind bläst ja immer - mal mehr, mal weniger - aber diese Energiequelle versiegt niemals, sie ist unendlich.
Dasselbe gilt für Wasser, dessen Fließenergie (man nennt das kinetische Energie) in einem Wasserkraftwerk durch Turbinen in Strom
umgewandelt wird. Solche Wasserkraftwerke sind natürlich vor allem an Standorten sinnvoll, wo das Wasser mit großer Kraft fließt - beispielsweise an Talsperren von Stauseen.
Sonnige Zeiten
Auch die Kraft der Sonne - unser größter Wärme- und Energielieferant - kann man auf viele Arten nutzen: Schon mal auf einem Hausdach flache, schwarze Behälter gesehen, die mit Rohren ausgestattet sind? Das sind Kollektoren, in denen Wasser fließt, das wiederum von der Sonne erwärmt wird. Und das erwärmte Wasser kann man dann zum Duschen oder Heizen verwenden.
Mit der Sonne lässt sich aber auch Strom erzeugen: Entweder auf dem eigenen Dach mit vielen aneinander gereihten Solarzellen, die zusammen auf einem bläulich schimmernden Modul angebracht werden. Oder in einem Solarkraftwerk, das nicht nur einen Haushalt, sondern Tausende mit Strom versorgt.
Lagerfeuer - eine romantische Energiequelle
Wenn ihr zu Hause einen Kamin habt oder öfter mal ein Lagerfeuer veranstaltet, dann kennt ihr eine weitere unendliche Energiequelle: Biomasse, zu der Holz, aber auch zum Beispiel Pflanzen zählen - also so genannte organische Substanzen, die mit Hilfe von Sonnenlicht immer wieder nachwachsen.

Wo kommt unser Strom her?
Neben den unendlichen, erneuerbaren Energiequellen gibt es (zusätzlich zur Kernenergie) auch die so genannten fossilen Energiequellen; hierzu gehören Kohle, Erdöl und Erdgas. Fossil heißen sie, weil sie sich vor etwa 250 Millionen Jahren über einen sehr langen Zeitraum aus Pflanzen gebildet haben. Und da sie nicht nachwachsen, nennt man sie auch "endliche Energiequellen".
Den größten Teil unseres Energiebedarfs - also Strom, Wärme, aber auch die Energie für den Straßenverkehr und die industrielle Produktion - beziehen wir derzeit aus den fossilen Energiequellen. Da sie jedoch nur begrenzt vorrätig sind und bei ihrer Verbrennung das umweltschädliche CO2 (Kohlendioxid) entsteht, sucht man seit einigen Jahren nach Wegen, den notwendigen Energiebedarf um umweltfreundlichere Energiequellen und Energietechnologien zu erweitern. Nicht zu vergessen:
Energiesparen kann auch einen erheblichen Teil zur Entlastung der fossilen Energiequellen beitragen...
Energieprobleme durch die globale Brille sehen
Zwei weitere Aspekte spielen eine Rolle, wenn wir über unsere
Energiezukunft nachdenken: Zum einen wächst die Weltbevölkerung jeden Tag und das bedeutet, dass immer mehr Menschen immer mehr Energie benötigen und die Vorräte immer schneller aufgebraucht werden.
Zum anderen sind wir in Deutschland in Sachen Energie ein Importland, d.h. wir müssen beispielsweise Erdgas und Erdöl anderen Ländern abkaufen, weil es diese Bodenschätze bei uns nicht gibt. Einige der Regionen jedoch, die über Erdöl verfügen, sind politische Krisengebiete, in denen Kriege geführt werden. Wenn in einem solchen Land
beispielsweise wichtige Straßen und Industrieanlagen zerstört werden, ist ein funktionierender Ölhandel nicht mehr möglich und wir müssen unseren Erdölbedarf durch andere Quellen decken.
Wenn Sonne auch in der Nacht das Licht anknipsen soll...
Prima, wirst du jetzt vielleicht sagen, die unendlichen Energiequellen sind allesamt bei uns umsonst vor der Haustür zu kriegen, worauf warten wir?
Es gibt da ein kleines Problem, denn: Sonnenenergie lässt sich nur
tagsüber und hauptsächlich im Sommer gewinnen - dann, wenn die Sonne scheint. Aber elektrisches Licht brauchen wir ja gerade nach Sonnenuntergang und die Heizung im Winter. Zwar könnte die Sonne unendlich viel Strom produzieren, aber leider kann man den überschüssigen Strom vom August nicht für trübe Tage im Februar speichern. Ein unlösbares Problem? Nein, denn jetzt kommt unser Multitalent Wasserstoff ins Spiel...