Vielleicht sagst du jetzt: Die Technologie an sich ist ja spannend, aber was interessiert mich so eine Tankstelle und erst recht diese Fahrzeuge? Der Führerschein ist noch in weiter Ferne, aber selbst wenn ich ihn hätte, würde ich weder mit einem Gabelstapler noch mit einer so großen Limousine rumkurven wollen. Und so ein Wasserstoff betriebener Linienbus ist bei uns im Viertel noch nie durchgedüst.

Heute noch Pionierarbeit, morgen schon Alltag
Wenn man den Sinn und Zweck eines solchen Projektes erkennen will, muss man ein paar Schritte weiterdenken: All diese Komponenten sind nämlich Pilotprojekte, die sich im Alltag unter Beobachtung bewähren sollen, bevor jedermann sie kaufen oder nutzen kann.
Durchaus möglich also, dass dich genau der Linienbus, den MAN 2005 bis 2006 im Öffentlichen Nahverkehr fahren und an der H2argemuc-Zapfsäule mit Wasserstoff betanken ließ, in naher Zukunft vollkommen emissionsfrei zur Schule bringt und deine direkte Umwelt sauber hält.
Sicher ist sicher ist... Wasserstoff!
In diesem Zusammenhang spielt der TÜV eine große Rolle: Er sorgt zum einen für die Einhaltung der relevanten Sicherheitsvorkehrungen, die an einer Wasserstofftankstelle einzuhalten sind. Auf der anderen Seite prüft er in eigenen Testständen auch einzelne Komponenten auf Herz und Nieren. So wurde beispielsweise der Wasserstofftank, den Linde für die BMW Group entwickelt hatte, einigen Härtetests unterzogen: Er wurde gewaltsam zerstört und minutenlang sehr heißen Flammen ausgesetzt, aber er verhielt sich auch in diesen Stresssituationen mustergültig: Keine Explosion, sondern nur eine kontrollierte Abgabe an Wasserstoffdruck durch die Sicherheitsventile.

Viele Wege zu einem gemeinsamen Ziel
Die meisten Automobilhersteller haben sich für den Weg über die Brennstoffzelle entschieden: In der Brennstoffzelle wird chemische in elektrische Energie umgewandelt.
Auch BMW - einer der H2argemuc-Partner - wird die Brennstoffzelle einsetzen, jedoch "nur" zur Stromversorgung an Bord. Der Antrieb geht über Wasserstoff, der im Verbrennungsmotor genau wie Benzin verbrannt wird und dabei Energie erhält; Wasserstoff wird mit Luft gemischt und in den Motorzylinder geleitet, das Gasgemisch wird dann durch eine Zündkerze gezündet. Und bei dieser Verbrennung verbinden sich Wasserstoff und Sauerstoff wieder zu Wasser! So entsteht genügend Energie, um den Kolben zu bewegen.
Solange es noch kein Netz mit Wasserstofftankstellen gibt, werden die Fahrzeuge mit einem so genannten bivalenten Verbrennungsmotor ausgestattet: Ist der Wasserstoff alle und keine geeignete Tankstelle in Sicht, schaltet man einfach auf Benzinbetrieb. Heißt natürlich derzeit noch: zwei Tanks und weniger Platz im Kofferraum.
